Geschichte des Vogelschutzes und Entwicklung der Nistkästen

(Kleine Zusammenfassung)

 Der irdene "Startopf", welcher seit dem 16. Jahrhundert vor allem in Norddeutschland und Niederlande zur "Fleischgewinnung" Verwendung fand, indem die daraus entnommenen Jungvögel als Leibspeise auf den Tisch kamen, waren die Grundidee eines Nistkastens zur biologischen Schädlingsbekämpfung. Sehr wahrscheinlich war der deutsche Pfarrer Hofinger im Jahre 1824 der Erste, der mehr aus idealen Gründen Nistkästen als nur für Stare, sondern auch den Meisen herstellte und aufhängte, um die lästigen Ungeziefer auf biologische Art von den Obstbäumen zu befreien. Mit den noch sehr unförmigen Meisenkobel machte er zahlreiche Versuche und veröffentlichte dessen vorteilhaften Ergebnisse.

 Weitere Förderer fanden sich bald ein, so 1850  Dr.C.W.L.Gloger und um 1870 Hofrat Prof.Dr.K.Theodor Liebe. Den entscheidenden Schritt unternahm 1898 Dr.phil.h.c. Hans Freiherr von Berlepsch. Er baute die Spechthöhlen genau nach (Hohlraum birnenförmig) und ihm gelang somit die erste fabrikmäßige Serienherstellung von Nistkästen nach seinem Patent "Original Berlepschhöhle". Er war der Altmeister und Nestor des Vogelschutzes und erkannte die Zeichen der Zeit und die besondere Bedeutung der Vögel als Mitgeschöpfe für uns und unseren Lebensraum. So gründete er 1908 die erste heute noch bestehende Vogelschutzwarte auf seinem Schloß Seebach (Thüringen ).

 Im Jahre 1899 gründete Frau Lina Hähnle, Giengen a.d.Brenz den Bund für Vogelschutz (DBV), welcher nach der Wende in Naturschutzbund Deutschland (NABU) umbenannt wurde.

 Vor allem nach dem Krieg wurden die vielfältigsten Nistkästen konstruiert und es sind dabei auch viele Herstellerfirmen entstanden, welche glaubten den richtigen Nistkasten gebaut zu haben. Insbesonders wurde auch nach einem haltbareren Material als Holz gesucht und hat dabei den Holzbeton als geeignetsten erwiesen. Einige namhafte Vogelschützer und die Vogelschutzwarte in Frankfurt mit der Biologischen Bundesanstalt Darmstadt haben die Nistkästen in der Praxis getestet. An dieser Stelle ist besonders Oberforstmeister Dr.Otto Henze, Überlingen zu erwähnen, welcher den größten Teil der Nistkastenentwicklung prägte. Noch bis zu seinem Tode 1991 hatte er Versuche vor allem in den Wäldern Oberschwabens gemacht. Seine Erkenntnis war, dass der richtige Nistkasten von heute geräumig sein und einen Vorplatz haben muß, damit sie vor Nesträuber geschützt sind. Die Altvögel müssen beim Füttern nicht auf ihre Jungen sitzen und benässen diese auch nicht bei Regenwetter. In einem geräumigen Nistkasten können sich die Jungen bis zur vollsten Flugfähigkeit entwickeln, beengen sich dadurch nicht und fliegen somit nicht allzufrüh aus, um ihren Feinden wehrlos ausgesetzt zu sein.

Die namhaften Nistkastenhersteller von heute haben seine wichtige Erkenntnis aufgenommen und bauen heute die geräumigen Nistkästen.

Weiterführende Literatur und Museumsführer von Gerhard Föhr selbst verfasst :

Bestellung direkt beim Autor bei Zusendung von  18 €  incl. Porto an : Gerhard Föhr, Ummendorfer Str. 15, 88400 Ringschnait

91 Seiten mit zahlreichen Abbildungen in Farbe und Schwarzweiß.

Brehmbuch
Website_Design_NetObjects_Fusion

Geschichte

Link zur
NABU-Gruppe Ochsenhausen - Ringschnait

Aussen_klein
NABULogo1klein